9. Was sollte man im Umgang mit Menschen mit Demenz beachten?

Demenzerkrankungen haben sehr unterschiedliche Erscheinungsformen. Einige der Betroffenen sind körperlich völlig gesund, während andere bettlägerig sind, einige reagieren freundlich, andere aggressiv. Häufig gibt es starke Schwankungen der Beeinträchtigungen, aber auch der erhaltenen Fähigkeiten.

Pflegende Angehörige leben in sehr unterschiedlichen Situationen. Zum Teil sind es Ehepartner im hohen Alter, zum Teil Töchter und Schwiegertöchter, die eine eigene Familie versorgen und berufstätig sind. Es gibt keine allgemeingültigen "Rezepte" für den Umgang mit Menschen mit Demenz, doch einige Regeln, die sich in der Praxis bewährt haben:

  • Wissen über die Krankheit erwerben und sich auf den Verlauf der Krankheit einstellen.
  • Die Krankheit als Tatsache annehmen statt sie zu verleugnen.
  • Den Betroffenen, sein Verhalten, seine Äußerungen zu verstehen versuchen.
  • Das eigene Verhalten auf den betroffenen Menschen einstellen. Das heißt u.a. langsam und deutlich sprechen, Zuwendung geben, für einen gleichbleibenden aber flexiblen Tagesablauf sorgen.
  • An gewohnte Handlungsmuster anknüpfen, Vorlieben und Abneigungen des Betroffenen berücksichtigen?
  • Die äußeren Lebensbedingungen anpassen. Das heißt z.B.: Sicherung von Gas- und Elektrogeräten, Nachtbeleuchtung, zweckmäßige Kleidung, Armband mit Name und Adresse, wenn der Betroffene zum Weglaufen neigt. Technische Hilfsmöglichkeiten einsetzen (vgl. Broschüre "Sicher und selbstbestimmt" der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.).
  • Pflegende Angehörige sollten auch für sich selbst sorgen, ihre eigenen Bedürfnisse nicht verleugnen. 
Letzte Änderung: 13.03.2019