15. Wozu dienen Gewebespenden nach dem Tod eines Betroffenen und an wen kann ich mich bei Interesse wenden?

Degenerative Erkrankungen des Gehirns wie etwa Demenzerkrankungen zählen zu den weltweit größten Gesundheitsproblemen. Doch nach wie vor steht die Erforschung ihrer Ursachen noch am Anfang, was eine sichere Diagnose und die Entwicklung wirksamer Therapiemöglichkeiten erschwert.

Um Ursachen und Verlauf neurodegenerativer Erkrankungen zu erforschen, benötigen die Wissenschaftler Gewebe von verstorbenen Patienten. Schon seit 150 Jahren werden autopsierte menschliche Gehirne in sogenannten Hirngewebebanken gelagert und untersucht. Auch Alois Alzheimer oder Arnold Pick untersuchten Hirngewebe ihrer verstorbenen Patienten und konnten so ihre Beobachtungen den Kollegen und der Öffentlichkeit vorstellen.

Meist sammelt eine Hirngewebebank auch Gewebe von gesunden Personen, um Vergleiche anstellen zu können. Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern weltweit trägt zu neuen Erkenntnissen bei der Ursachenforschung sowie zur Entwicklung einer standardisierten neuropathologischen Diagnostik und neuer Therapiemöglichkeiten bei.

Jeder Mensch, der die Forschung durch die Spende seines Gehirns unterstützen möchte, kann Spender werden. Er sollte seine Entscheidung jedoch möglichst mit den Familienangehörigen diskutieren. Mit dem Einreichen einer schriftlichen Einverständniserklärung wird man als Spender registriert und erhält einen Gewebespenderausweis.

In München kann man sich an die Neurobiobank München im Zentrum für Neuropathologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Großhadern) auch im Hinblick auf weitere Informationen wenden (www.neurobiobank.org). Eine 24-Stunden-Rufbereitschaft ist unter Tel.: 089 - 2180-78345 erreichbar.

Letzte Änderung: 07.11.2016