10. Wo werden Menschen mit Demenz betreut und versorgt? Wo erfahren pflegende Angehörige Hilfe?

Zwei Drittel der Betroffenen werden in den Familien versorgt, zum Teil mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste. Angehörige von Menschen mit Demenz können sich zunächst mit ihren Fragen an eine der im Adressenteil genannten Beratungsstelle wenden. Weiterhin können sie sich einer Gesprächsgruppe von Angehörigen von Menschen mit Demenz anschließen, die sich in regelmäßigen Abständen trifft. Die Gruppe ermöglicht einen Austausch im Kreise von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. Das gemeinsame Gespräch ist oftmals entlastend, der Austausch von praktischen Tipps kann den alltäglichen Umgang mit den Betroffenen erleichtern. Manche Gruppen laden Referenten (z.B. Ärzte, Juristen, Berater) ein, um Informationen weiterzugeben und Kontakte herzustellen. Auch wenn es vielen Angehörigen schwer fällt, Hilfen in Anspruch zu nehmen, ist es wichtig, sich Informationen zu beschaffen, um im Notfall Unterstützung zu erhalten.

In einigen Stadtteilen Münchens werden Menschen mit Demenz einmal pro Woche am Nachmittag in "Betreuungsgruppen" versorgt. Daneben entlasten freiwillig engagierte Helferinnen und Helfer verschiedener Dienste und Beratungsstellen pflegende Angehörige für ein paar Stunden zu Hause. Ein kleiner Teil der Betroffenen besucht Tagespflegeeinrichtungen. Sie werden dort betreut und aktiviert, gleichzeitig werden die Angehörigen entlastet. Leider stehen viel zu wenige dieser Einrichtungen zur Verfügung. Wenn Angehörige verhindert sind, z.B. wegen Krankheit oder Urlaub, ist die befristete Unterbringung in Einrichtungen für Kurzzeitpflege möglich. Wenn die häusliche Betreuung nicht mehr möglich ist, wird die Versorgung in einem Pflegeheim erforderlich. Informationen über entsprechende Einrichtungen erhalten Sie in der Geschäftsstelle der Alzheimer Gesellschaft München e.V.

Letzte Änderung: 07.11.2016